d r e s d e n – b u d a p e s t – s o f i a – i s t a n b u l   |   2 0 1 5   april

orientexpress hin und zurück | im morgengrauen erreichen wir den bosporus – roter sonnenaufgang | quartier wird zu finden sein | stunden später versinken wir widerstandslos im wirrwar der metropole, im sound gewaltiger termitenhügel, im lautstarken schmelztiegel von okzident und orient

istanbul ist betörend | die menschen treiben zu tausenden in den engen geschäftsgassen handwerk und handel, immer offen, freundlich, zuvorkommend – oder sie trinken türkisch tschai, still genießend, schwatzend, auf kleinen schemeln sitzend direkt vor der haustür im abendlicht, sie rauchen und spielen backgammon | überaus attraktive frauen – lange schwarze haare, wimpern – in jeans oder mit kunstvoll gebundenem kopftuch und knöchellangen fein geschnittenen mänteln | gut aussehende männer – gebräunte haut, immer charmant – selten mit traditioneller kappe, häufig elegant in hose und hemd | muslime oder christen, menschen aus aller herren länder – der weg durch die innenstadt ist ein angenehmes bad in der menge verschiedenster kulturen, stile, modetrends und sprachen | istanbul verkraftet diesen mix nicht nur, istanbul ist dadurch genau das, was ihren reiz ausmacht für den, der das fremde sucht, um es kennenzulernen | nach sieben tagen am bahnhof ein wenig tränen

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s o n n e n f i n s t e r n i s   |   2 0 15   m ä r z   20

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r u m b u r g   |   2 0 1 5

in weiten kurven schlängelt sich die bahn hinauf in die berge böhmens | links und rechts fröstelnder buchenwald | welliges gelände schimmert durch die kahlen äste | ab und zu schweben verfallene industriegebäude vorbei | endlich schnee, immer mehr | in rumburg endet die malerische fahrt | winterliche sonne begleitet unseren weg zum kapuzinerkloster, in die gasse bei den neugierigen weberhäusern mit den hübschen schindelbesetzten giebeln, weiter zur loretokapelle | eigentliches ziel ist der dymnik | die schlanke turmnadel am verschneiten gipfel gibt einen weiten blick ins böhmische

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